Root-Zugang
Administrative Aufgaben erfordern Root-Rechte. Es gibt zwei Wege, diese zu erlangen:
su (dauerhafter Benutzerwechsel) und sudo (einmaliger Befehl mit erhöhten Rechten).
Benutzerwechsel mit su
Abschnitt betitelt „Benutzerwechsel mit su“su (substitute user) wechselt in eine andere Benutzersitzung:
su # zu root wechseln (Passwort von root erforderlich)su - # zu root wechseln mit root's Umgebung (Login-Shell)su - anna # zu Benutzer anna wechselnexit # zurück zur ursprünglichen SitzungDer Bindestrich - ist wichtig: Ohne ihn wird nur der Benutzer gewechselt, aber die
Umgebungsvariablen (PATH, HOME usw.) bleiben die des alten Benutzers.
Einzelne Befehle mit sudo
Abschnitt betitelt „Einzelne Befehle mit sudo“sudo führt einen einzelnen Befehl mit den Rechten eines anderen Benutzers
(standardmäßig root) aus:
sudo reboot # System neu startensudo apt update # Paketliste aktualisierensudo systemctl restart nginx # Dienst neustartensudo -u www-data ls /var/www # als Benutzer www-data ausführensudo -i # interaktive Root-Shell öffnenIn den meisten Distributionen genügt das eigene Passwort — root muss nicht
bekannt sein. Das sudo-Programm merkt sich die Authentifizierung für einige
Minuten (standardmäßig 15 Minuten).
Konfiguration mit visudo
Abschnitt betitelt „Konfiguration mit visudo“Die Berechtigungen für sudo werden in /etc/sudoers konfiguriert. Diese Datei
niemals direkt bearbeiten — stattdessen immer visudo verwenden:
sudo visudo # Standard-EditorEDITOR=nano sudo visudo # nano als Editor erzwingenvisudo speichert Änderungen zunächst in einer Kopie und prüft die Syntax, bevor
die eigentliche Datei überschrieben wird. Ein Syntaxfehler in /etc/sudoers kann
das System komplett sperren.
Syntax der sudoers-Datei
Abschnitt betitelt „Syntax der sudoers-Datei“# Format: who where=(as_whom) whatroot ALL=(ALL) ALLanna ALL=(ALL) ALL # anna darf alles als root%sudo ALL=(ALL) ALL # alle in Gruppe "sudo" dürfen alles%wheel ALL=(ALL) NOPASSWD: ALL # ohne Passwort-EingabeBenutzer zur sudo-Gruppe hinzufügen
Abschnitt betitelt „Benutzer zur sudo-Gruppe hinzufügen“Statt die sudoers-Datei direkt zu editieren, genügt es meist, einen Benutzer in die vorkonfigurierte sudo-Gruppe aufzunehmen:
# Debian/Ubuntu: Gruppe heißt "sudo"usermod -aG sudo anna
# RHEL/Fedora/Arch: Gruppe heißt "wheel"usermod -aG wheel anna