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Paketverwaltung in der Praxis

Ein Paket ist ein komprimiertes Archiv mit Programmdateien, Metadaten (Name, Version, Beschreibung) und Abhängigkeiten. Repositories sind Paketquellen — in der Regel HTTP-Server mit einer signierten Paketliste.

Die wichtigsten Paketverwaltungssysteme:

DistributionFormatTool
RHEL, Fedora, CentOS.rpmdnf (früher yum)
Debian, Ubuntu.debapt, dpkg
openSUSE.rpmzypper
Arch Linux.pkg.tar.zstpacman
Terminal-Fenster
# Paketliste aktualisieren
dnf makecache
# Alle installierten Pakete aktualisieren
dnf update
# Paket suchen
dnf search nginx
# Paket installieren
dnf install nginx
# Paket entfernen
dnf remove nginx
# Nicht mehr benötigte Pakete entfernen
dnf autoremove
# Informationen zu einem Paket anzeigen
dnf info nginx

Repository-Dateien liegen in /etc/yum.repos.d/*.repo:

[docker-ce-stable]
name=Docker CE Stable
baseurl=https://download.docker.com/linux/fedora/$releasever/$basearch/stable
enabled=1
gpgcheck=1
gpgkey=https://download.docker.com/linux/fedora/gpg

Oder direkt mit dnf config-manager:

Terminal-Fenster
dnf config-manager --add-repo https://download.docker.com/linux/fedora/docker-ce.repo

RHEL und CentOS Stream sind auf Stabilität und langen Support-Zeiträumen ausgelegt. Das hat einen Preis: Die Standard-Repositories (BaseOS, AppStream) enthalten bewusst nur einen Bruchteil der unter Fedora oder Debian verfügbaren Pakete. Viele für den Server-Betrieb nützliche Tools — htop, iotop, inxi, hwinfo, nmap, tmux, zsh und Hunderte mehr — fehlen dort schlicht.

EPEL (Extra Packages for Enterprise Linux) schließt diese Lücke. Es wird von der Fedora-Community gepflegt und enthält tausende zusätzliche Pakete, die für RHEL und kompatible Distributionen (AlmaLinux, Rocky Linux, CentOS Stream) gebaut und getestet wurden. EPEL ist de facto das erste, was auf einem frischen RHEL-System installiert wird.

Terminal-Fenster
# RHEL 9 / AlmaLinux 9 / Rocky Linux 9
sudo dnf install epel-release
# Auf reinem RHEL (ohne Community-Repos) ggf. zuerst:
sudo subscription-manager repos --enable codeready-builder-for-rhel-9-x86_64-rpms
# Paketliste aktualisieren und prüfen
sudo dnf makecache
dnf repolist | grep epel

Danach stehen alle EPEL-Pakete direkt über dnf zur Verfügung:

Terminal-Fenster
dnf install htop iotop inxi hwinfo tmux

EPEL-Pakete sind von der Fedora-Community signiert — gpgcheck=1 ist automatisch aktiv, der Schlüssel wird beim Installieren von epel-release eingerichtet.