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Netzwerk-Hardware erkennen

Bevor eine Netzwerkschnittstelle konfiguriert werden kann, muss der Kernel die Hardware erkennen und den richtigen Treiber laden. Normalerweise geschieht das automatisch — aber manchmal muss man nachhelfen.

Die allgemeinen Mechanismen (Kernel-Module, udev) sind in der Hardware-Sektion beschrieben. Hier der netzwerkspezifische Fokus.

Terminal-Fenster
# Alle PCI-Geräte anzeigen
lspci -k
# Nur Netzwerkkarten
lspci -k | grep -A 3 -i ethernet
lspci -k | grep -A 3 -i network
lspci -k | grep -A 3 -i wireless

Beispielausgabe:

02:00.0 Ethernet controller: Intel Corporation I211 Gigabit Network Connection (rev 03)
Kernel driver in use: igb
Kernel modules: igb

Die Zeile Kernel driver in use: igb zeigt, dass der Treiber geladen ist. Fehlt diese Zeile, ist kein Treiber aktiv.

Terminal-Fenster
ip link show # alle Netzwerkschnittstellen
ip link show dev enp3s0 # Details einer Schnittstelle
Terminal-Fenster
lsmod | grep igb # ist das Modul geladen?
sudo modprobe igb # manuell laden
dmesg | grep igb # Kernel-Meldungen zum Modul

Mehr zu Kernel-Modulen: Kernel-Module

Terminal-Fenster
# Live-Ansicht beim Einstecken einer Netzwerkkarte
udevadm monitor --udev
# Attribute einer Schnittstelle
udevadm info /sys/class/net/enp3s0

Mehr zu udev und eigenen Regeln: udev

Manche Netzwerkkarten (besonders WLAN) benötigen proprietäre Firmware-Dateien:

Terminal-Fenster
# Firmware-Fehler im Kernel-Log suchen
dmesg | grep -i firmware
# Beispiel: Intel WLAN-Karte
# "iwlwifi: Direct firmware load for iwlwifi-*.ucode failed"
# Lösung unter Debian/Ubuntu:
sudo apt install firmware-iwlwifi
# Alle verfügbaren Firmware-Pakete:
apt search firmware-